Denkmalstiftung Walder Kirche e.V.

Das Hängekreuz in der Ev. Kirche Wald

Teil 2

Die formale Gestaltung des Kreuzes erklärt sich ganz streng aus der klassizistischen Architektur der Kirche, die von einem Schüler Schinkels, Adolph von Vagedes, 1815-16 entworfen wurde.

Grundriss Kirche SG-Wald

Anhand des Grundrisses der Grundmauern der Kirche erkennt man –denkt man sich die innere Säulenreihe weg- das Quadrat oder räumlich gesehen einen Kubus als prägendes Strukturprinzip. Es schließt formal an die quadratische Grundform des viel älteren Turms an. Zieht man eine gedach-te Linie vom Haupteingang zum Abendmahlstisch in der halbrunden Apsis einerseits und vom Nebeneingang an der Nordseite zu dem an der Südseite andererseits, so ergibt sich ein gleichschenkeliges Kreuz, das den quadratischen Innenraum in vier gleichgroße kleinere Quadrate unterteilt. Eben dies ist identisch mit der Grundform des Kreuzes.

Grundriss Kirche Wald

Bei der grundlegenden Restaurierung der Kirche von 1965-68 wurden alle dem jeweiligen Zeitgeist entsprungenen Einbauten und Gestaltungsvarianten, wie z.B. der eichene Kanzelaltar, die Buntfenster, die Holzkassettendecke usw., die die Klarheit der räumlichen Gliederung verdeckten und zudem die Kirche verdunkelten, entfernt. Die klassische Formensprache, die den Entwurf von Vagedes´ kennzeichnet, sollte nicht nur historisierend rekonstruiert, sondern mit den technischen Formen der Moderne weiterentwickelt werden, um „durch Klarlegung ihres hellen, festlich-heiteren Charakters als einer der geglücktesten klassizistischen Räume unseres Landes erkennbar“ zu werden. So beschrieb Dr. Schwebel die Motive des federführenden Arbeitskreises anlässlich der Fertigstellung der Kirche.

Diesem Anspruch wird ganz augenfällig auch die einzigartige Beleuchtungsinstallation des Lichtdesigners Johannes Dinnebier als einer „leuchtenden Kassettendecke“ gerecht, mit der ein „Lichtteppich in der Höhe“ geschaffen wurde, der den festlich-hellen Charakter betont.

Auch in Details z.B. der Geländer, der Fensterverstrebungen und der Gestaltung der Bestuhlung findet sich die quadratische Grundform wieder.
Mit der Einbringung des Hängekreuzes Anfang 1969 fand die „restaurierende Neugestaltung“ der Kirche ihren abschließenden Höhepunkt.

Hartmut Schneider, Pfarrer
Ev. Kirchengemeinde Wald
42719 Solingen
März 2005

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Kirchturm