Denkmalstiftung Walder Kirche e.V.

Geschichte der Kirche und Gemeinde

Die heutige Kirche

Daraufhin besah sich der berühmte Baumeister Adolph von Vagedes aus Düsseldorf - ein Schinkel-Schüler - die Ruine und legte im August 1815 vier Planungsvorschläge für einen Neubau vor. Die Gemeinde entschied sich für die Variante 3, die 20.473 Taler kosten sollte.

Sie sah ein eingeschossiges Kirchenschiff mit einem tonnenförmigen Gewölbe vor. Im Mai 1816 wurde mit einem Düsseldorfer Generalunternehmer dann der Vertrag über Abriss und Neubau geschlossen. Aber es kam völlig anders als geplant: 1816 und 1817 wurden Hungerjahre durch Frost und Missernten. Somit fehlte das Geld mehr denn je an allen Ecken und Enden. Als man dann wieder einen Lichtblick sah, konnte der Unternehmer den ursprünglich veranschlagten Preis nicht mehr halten - mit der Konsequenz, dass der Bauvertrag wieder aufgelöst werden musste.

Ein neuer Unternehmer namens Franzen wurde jedoch gefunden und dieser erklärte sich bereit, den Auftrag für 21.300 Taler ausführen zu wollen.

König Wilhelm III. bot einen Zuschuss von einmalig 10.000 Talern sowie die Gestellung des Bauholzes an - allerdings mit der Bedingung (oder wie man heute sagen würde: mit dem Hintergedanken) von nun an aber von allen weiteren Instandhaltungen befreit zu sein. Daraufhin legte man am 18. August 1818 den Grundstein für diese, heutige Kirche.

Für das Tonnengewölbe benötigte man damals Tannenholz - der Holzlieferant hatte aber nur dafür ungeeignete Eiche anzubieten. Somit entschloss sich Vagedes, das Gewölbe stattdessen in Ziegelbauweise auszuführen.

Ob es mangelnde Bauüberwachung seinerseits oder einfach Pfusch am Bau, verbunden mit gehörigem Kostendruck war - oder vielleicht alles zusammmenwirkte (angeblich fehlte auch Material); bevor die Kirche überhaupt fertig war, war sie bereits voller Mängel. Statt im Sommer 1819 konnte sie dann im Juni des Folgejahres erst der Gemeinde zur Übergabe angeboten werden. Jetzt stellte man allerdings erst fest, dass sie zuwenig Fenster hatte und es zu dunkel in ihr war. Franzen verweigerte man daraufhin die Zahlungen. Daraufhin legte er die Baustelle still und zog seine Leute ab.

Es wurden Gutachter der Regierung eingeschaltet und man versuchte, den Unternehmer Franzen wieder in die Baustelle zu holen. Vergeblich! Dessen Frau wollte schließlich den Eklat vermeiden und sandte stattdessen ihren Schwager - einen Friseur - mit einigen Männern hierher.

Diese bauten dann ohne den nötigen Sachverstand die Gerüste ab mit der Folge, dass das neue Gewölbe wiederum einstürzte.

Baumeister und Bauunternehmer wurden daraufhin von der Gemeinde gewechselt.Auch Eigenregie war nun angesagt.

Als am Reformationstag 1824 das neue Kirchenschiff eingeweiht wurde, hatte es wie heute dann eine flach geneigte Decke sowie zwei Geschosse, war aber immer noch nicht endgültig fertiggestellt. Das Provisorium dauerte fast noch zwei weitere Jahre.

Seither wurden in gewisser Regelmäßigkeit immer Reparaturen an ihr vorgenommen - aber auch eine neue Kirche hält nicht ewig.

Weiter: Die Kirche ausgangs des 20. Jhd.

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Kirchturm